LKW – Fahrverbot Österreich durch IG-L

 

Autobahn-Strassennetz Österreich (Quelle: WKO)

In Österreich gelten seit einigen Jahren regionale Fahrverbote für LKW älteren Baujahrs, die nicht einer bestimmten Abgasnorm (EURO-Klasse) entsprechen. Hier sind die Auswirkungen auf Reisemobil-Fahrten in und durch Österreich beschrieben.

Für welche Fahrzeuge gilt das Fahrverbot

In Österreich gelten (aktuell) Fahrverbote gemäß Immissionsgesetz-Luft (IG-L) immer nur für Fahrzeuge, die als Lastkraftwagen (LKW) zugelassen sind. Dies bedeutet, dass die Zulassungs-Klassen N1, N2, und N3 betroffen sind. Fahrzeuge, die nicht auf eine dieser Klassen zugelassen sind, sind generell (noch) nicht vom Fahrverbot betroffen.

Dies bedeutet also auch, dass Spezialkraftwagen von dieser Regelung ausgenommen sind. Allerdings nur, soferne diese nicht (auch) in der Zulassung eine der oben genannten Fahrzeugklassen eingetragen haben.



Kennzeichnungspflicht

Umwelt-Plakette LKW
(Quelle: ÖAMTC)

Für alle Fahrzeuge der Klassen N1, N2 und N3 gilt eine Kennzeichnungspflicht. An Fahrzeugen dieser Klassen müssen sog. Abgasplaketten angebracht werden, die die Abgasklasse gemäß EURO-Norm anzeigen. Es kann ein sektorales Fahrverbot abhängig von der Abgasklasse auf bestimmten Strecken verhängt werden.

Informationen zur Grundlage der Abgasklassen-Kennzeichnungs-Verordnung können im Detail auf der Homepage des zuständigen Österreichischen Ministeriums nachgelesen werden.

Wo gilt das Fahrverbot gemäß IG-L

Fahrverbot Feinstaub
(Bildquelle: WKO)

(Quelle: ÖAMTC und WKO, 06/2017)

Wien

Fahrverbot für alle Lkw, unabhängig vom Fahrzeuggewicht – auch Kleintransporter, Geländewagen, Fiskal-Lkw … wenn sie als Lkw ( N1, N2 und N3) zugelassen sind mit Abgasklasse EURO 2 und schlechter: seit 01.01.2016

Niederösterreich

Fahrverbot für alle Fahrzeuge der Klasse N, unabhängig vom Fahrzeuggewicht – auch Kleintransporter, Geländewagen, Fiskal-Lkw… wenn sie als Lkw (N1, N2 oder N3) zugelassen sind mit Abgasklasse EURO 2 und schlechter: seit 01.01.2016

Oberösterreich

Fahrverbot für alle Fahrzeuge der Klasse N2 und N3 (Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 t) mit Abgasklasse EURO 2 und schlechter: seit 01.07.2016

Steiermark

Fahrverbot für alle Lkw ab 7,5 Tonnen, also Fahrzeuge der Klassen N2 und N3 mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen mit Abgasklasse EURO 2 und schlechter.

Burgenland

Fahrverbot für alle Lkw, Sattelkraft- und Sattelzugfahrzeuge mit

  • Abgasklasse schlechter als EURO 1 seit 21.01.2017 (bzw. ein Jahr später, wenn das Kfz vor dem 01.11.2016 auf das jeweilige Unternehmen zugelassen war und nicht vor dem 21.01.2017 bereits ein Fahrverbot bestanden hat)
  • Abgasklasse EURO 1 und schlechter: ab 01.10.2017 (bzw. drei Jahre später, wenn das Kfz vor dem 01.11.2016 auf das jeweilige Unternehmen zugelassen war)
  • Abgasklasse EURO 2 und schlechter: ab 01.10.2018 (bzw. drei Jahre später, wenn das Kfz vor dem 01.11.2016 auf das jeweilige Unternehmen zugelassen war)

Tirol

Fahrverbot für alle Lkw ab 7,5 Tonnen, also Fahrzeuge der Klassen N2 und N3 mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen – abhängig vom transportierten Gut mit Abgasklasse EURO 5 und schlechter.

Ennstal und Salzkammergut

Konkret auf den Bundesstrassen B320, B158 und B145 gilt seit auch außerhalb des Autobahnnetzes jeweils ein Fahrverbot für LKW:

  • Mit 1. April 2017 tritt auf der Ennstal Straße B 320 zwischen Altenmarkt und Mandling (Radstadt) ein Fahrverbot für LKW über 3,5 t höchstzulässigem Gesamtgewicht in Kraft. Das Fahrverbot gilt für LKW, die vom Ausland in das Ausland fahren, also etwa von Deutschland kommend über die B320 mit Ziel in Slowenien. Es handelt sich somit um ein internationales Transitfahrverbot für Fahrten vom Ausland in das Ausland, also mit Anfangs- und Endpunkt jeweils im Ausland, ohne in Österreich zu laden oder zu entladen.
  • Zeitgleich tritt im Bundesland Salzburg ein LKW-Fahrverbot auf der Wolfgangsee Strasse B 158 zwischen Koppl und Strobl in den Gemeindegebieten von Hof, Fuschl, St. Gilgen und Strobl in Kraft. Weiters betroffen (als Zubringer zur B 158) sind auch die Thalgauegg Straße bei KM 0,2 in Fahrtrichtung B 158 sowie die B 154 Mondsee Straße bei KM 31,6 in Fahrtrichtung Kreisverkehr. Auch dieses Fahrverbot trifft nur internationale Transitfahrten, also Fahrten, deren Quelle und Ziel außerhalb Österreichs liegt und bei denen keine Be- oder Entladung in Österreich stattfindet.
  • Ebenfalls mit 1. April tritt im Bundesland Oberösterreich ein LKW Fahrverbot für LKW mit mehr als 3,5t höchstzulässigem Gesamtgewicht auf der Salzkammergutstraße B 145 zwischen St. Agatha und der Landesgrenze sowie auf der Hallstätter Strasse L 547 zwischen Straßenkilometer 8 und 13 (Landesgrenze) in Kraft. Diese Fahrverbote umfassen im Gegensatz zu den Fahrverboten im Bundesland Salzburg nicht nur internationalen Transit sondern auch sog. überregionalen Transit.
    Ausgenommen von diesen beiden oberösterreichischen Fahrverboten sind Fahrten im Ziel- und Quellverkehr in folgenden Gemeinden: Oberösterreich: Bad Goisern, Bad Ischl, Ebensee, Gosau, Hallstatt, Obertraun, St. Wolfgang, Steinbach a.A., Traunkirchen; Salzburg: Abtenau, Annaberg, St. Gilgen, Strobl, Rußbach, Fuschl, Hof, Ebenau, Faistenau, Hintersee; Steiermark: Altaussee, Bad Aussee, Bad Mitterndorf, Grundlsee, Pichl-Kainisch, Pürgg-Trautenfels, Tauplitz.
Fahrverbot LKW Salkammergut und Ennstal
(Bildquelle: WKSTMK)

Hinweis: Da sich immer wieder Änderungen in Bezug auf ein regionales oder überregionales Fahrverbot ergeben können, sollte man sich bei der Reisplanung gut über alle Fahrverbote für LKW informieren. Dazu gibt es eine Info-Seite der WKO. Diese liefert einen guten Überblick! Zudem gibt es einen interaktiven Online-Ratgeber zum Thema LKW-Fahrverbot.



 

Ausnahmen

Wie bei jedem Gesetz, gibt es auch bei diesem etliche Ausnahmen. Die zuvor genannten Seiten, sowie der ÖAMTC informieren dazu sehr gut. Im Zweifelsfall empfielt sich eine Kontaktaufnahme mit der regional zuständigen Landesregierung, um Fragen zu klären. Eine Übertretung der Regelungen bringt hohe Strafen (bis zu EUR 2.180,-!) mit sich.

Spezialkraftwagen und Sonderkraftfahrzeuge

In der Regel wird bei einer Zulassung eines Fahrzeugs als Spezialkraftwagen (AT) oder als Sonderkraftfahrzeug (DE) keine LKW-Zulassungsklasse eingetragen. Ist dies der Fall, so gilt auch kein LKW-Fahrverbot! Denn das Fahrzeug ist schlichtweg kein LKW!

Dies ist also die gute Nachricht zum Schluss: wahrscheinlich wird Österreichs Strassennetz (aktuell noch) für fast alle Reisemobile befahrbar sein!

 

Hinweis: Hierbei handelt es sich um eine reine Informationszusammenstellung ohne legale Verbindlichkeit. Im Falle von Detailfragen, sollte ein Verkehrsjurist (z.B. beim ÖAMTC) konsultiert werden!

Ein Gedanke zu „LKW – Fahrverbot Österreich durch IG-L“

  1. Wie das Explorer Magazin berichtet, wurde in Deutschland kürzlich eine Anpassung des Gesetzestextes vorgenommen, der vor allem das “Sonntagsverbot für LKW-Wohnmobile” betrifft. Damit ist nun auch in Deutschland klar, dass nur tatsächlich als LKW zugelassene Fahrzeuge von den dementsprechenden Verboten betroffen sind. In Österreich hat dies der Gesetztestext bereits genauer definiert gehabt, sodass klar war, dass z.B. “Spezialkraftfahrzeuge” bzw. “Spezialkraftwagen” (mit und ohne Zusatzeinträge im Zulassungsschein) nicht als LKW im herkömmlichen Sinne einzustufen sind. Schließlich gelten, wie oben genauer beschrieben, die Fahrverbote in Österreich nicht für “Fahrzeuge über 7,5 Tonnen” sondern für “LKW über 7,5 Tonnen” (HzG).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.