Die Kraftfahrzeugsteuer in Österreich

Bescheid über Kraftfahrzeugsteuer
(Bildquelle: FAZ)

In der Regel kümmert man sich nicht um die Kraftfahrzeugsteuer. Denn: meldet man seinen PKW an, dann kümmert sich auch die anmeldende KFZ-Versicherung um die Steuer-Themen; in der regelmäßigen Rate, die man an die Versicherung zu zahlen hat, ist der entsprechende Anteil an diversen Steuern bereits enthalten.

Anders wird das, wenn man plötzlich ein Fahrzeug mit über 3,5 Tonnen “höchstzulässigem Gesamtgewicht” (vgl. KFG 1967, Abs. I, §2, 33) sein eigen nennen darf. Denn plötzlich trägt man selbst die direkte Steuerschuld!

Vorabinformationen vermeiden Überraschungen

Da die Tatsache (direkte Steuerschuld und Notwendigkeit zur bilateralen Abklärung mit dem Finanzamt) für uns höchst überraschend kam, als wir uns entschieden hatten, unseren Fuhrpark um einen Overland-LKW (Borgward B555A) mit 7,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht zu erweitern, sollen an dieser Stelle einige essentielle Informationen zusammengefasst werden:

  1. Die Kraftfahrzeugsteuer ist tatsächlich ausschließlich ein Thema, das LKW-Besitzer beschäftigt. Für PKW-Besitzer kommt die sogenannte “motorbezogene Versicherungssteuer” zu tragen, die gemeinsam mit der Versicherungsprämie in Rechnung gestellt wird.
  2. Nur das typisierte höchstzulässige Gesamtgewicht zieht. Also: ab einen höchstzulässigem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen wird für den Besitzer alles anders. Unabhängig vom Typ des Kraftfahrzeugs (ausgenommen landwirtschaftliche Nutzung; da gibt es Sonderregelungen).
  3. Es besteht – unabhängig von der Zulassung und damit Versicherungspflicht – für ein solches Kraftfahrzeug eine Anzeigepflicht gegenüber dem Finanzamt: wird ein Kraftfahrzeug mit über 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht zugelassen, so muss innerhalb von einem (1) Monat ab Zulassung des Kraftfahrzeugs eine entsprechende Anzeige beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt des Zulassungsinhabers eingehen.
    Dafür kann entweder eine Meldung über FinanzOnline erfolgen, oder das “Formular Kr 20” verwendet werden. In jedem Fall erhält man danach einen Bescheid über die neue Steuerpflicht.
  4. Die Steuerpflicht beginnt mit dem Tag der Zulassung und endet mit Auflassung der Zulassung des Kraftfahrzeugs.
  5. Die abzuführende Steuer muss selbstständig vom Steuerpflichtigen berechnet und vierteljährlich entrichtet werden. Und zwar immer “bis zum 15.Tag des auf das Kalendervierteljahr zweitfolgenden Kalendermonats”. Heisst im Klartext:
    – das erste Kalendervierteljahr bis zum 15. Mai
    – das zweite Kalendervierteljahr bis zum 15. August
    – das dritte Kalendervierteljahr bis zum 15. November
    – das vierte Kalendervierteljahr bis zum 15. Feber des Folgejahres.
    Zudem muss bis zum 31. März des Folgejahres immer eine Jahreserklärung mit dem “Formular Kr 1” abgegeben werden.
  6. Ist ein Kraftfahrzeug mittels Wechselkennzeichen angemeldet, so kann die gegebenenfalls bereits entrichtete motorbezogene Versicherungssteuer auf die zu entrichtende Kraftfarzeugsteuer angerechnet werden.
  7. Wird die Kraftfahrzeugsteuer nicht oder nicht vollständig entrichtet, kann das zuständige Finanzamt eine Aufhebung der Zulassung erwirken.

Wichtig! Dies ist nur eine Kurzzusammenfassung einiger Eckpunkte zum Thema “Kraftfahrzeugsteuer”, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben kann. Bei weiterführenden Fragen, bitte einen Steuerberater seines Vertrauens beziehungsweise das zuständige Wohnsitzfinanzamt kontaktieren! Auch bezieht sich diese Seite ausschließlich auf Österreich.




 

Weiterführende Informationen bietet das Bundesministerium für Finanzen auf seiner Homepage zum Thema “Kraftfahrzeugssteuer“!

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